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Viele Investitionen und steigende Besucherzahlen

Jahreshauptversammlung des Fränkischen Brauereimuseums am 17.3. mit durchwegs positiver Bilanz

"Der Aufwärtstrend ist ungebrochen", berichtete Vereinsvorstand Johannes Schulters stolz vor den zahlreich erschienenen Mitgliedern (unter anderem aus den USA und den Niederlanden), "das letzte Jahr hat uns 10% mehr Besucher gebracht." Zurückzuführen sei diese deutliche Steigerung unter anderem auf die ebenfalls deutlich gesteigerte Attraktivität des Museums auf dem Michaelsberg. So habe man neben neuen Vitrinen auch moderne Präsentationstechnik angeschafft, der Vereinszeitung "FBM News" mithilfe der Agentur GuideMedia ein neues Aussehen gegeben und zahlreiche attraktive Veranstaltungen von der Alpenexkursion bis zum Bier- und Whisky-Tasting durchgeführt.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Zukunft des Museums ist die bewusste Nachwuchsarbeit. Zwar sind momentan bereits ein Viertel der Besucher Kinder und Jugendliche, mit einem neuen Angebot einer Museumsrallye möchte man schon bei Grundschulkindern das Interesse für die Fränkische Kultur wecken. Natürlich immer unter dem Motto "Bier ist zum Wohlsein, nicht zum voll sein!".

Eine ebenfalls im letzten Jahr durchgeführte Besucherbefragung zeigte auch Verbesserungsmöglichkeiten für den Verein auf: So fehlen den vielen nicht deutsch sprechenden Gästen entsprechende Hinweisschilder in Englisch, Italienisch, Spanisch und Französisch. Fast jeder Besucher wünschte sich einen festen Bierausschank (aus rechtlichen Gründen derzeit nicht möglich). Zur Mitgliederentwicklung meinte Schulters: "Wir müssen zwar nicht wie andere Vereine über einen Mitgliederschwund klagen, aber es ist schon schade, dass über 90% unserer Gäste von unserer Arbeit begeistert sind und uns auch weiterempfehlen wollen, aber nur etwa 1% Interesse an einer Mitgliedschaft hat."

Auch für das kommende Jahr sind wieder viele Highlights geplant, unter anderem eine Neuauflage des Whisky-Tastings mit Whiskypapst Professor Schobert am 11.5.07 und der Tag des Brauereimuseums am 30.6.07. (anstelle des geplanten Nostalgie-Festes). Zu diesem Termin können Interessierte das Museum mit vielen Extras wie Musik, Vorführungen, Präsentationen usw. zu ermäßigten Eintrittspreisen erleben. Wer bis dahin nicht warten möchte, für den öffnet das Fränkische Brauereimuseum wieder ab 4.4.07 seine Pforten (Mi-So 13-17 Uhr).


Fränkische Kultur zum Anfassen

Erfolgreicher Start der Museumsrallye im Brauereimuseum

"Die Mischung stimmt", so kommentierte Grundschullehrerin Heike Dunker die neue Museumsrallye, nachdem ihre 22 Schützlinge vier Tage vor Weihnachten zwei Stunden lang kreuz und quer duch das fränkische Brauereimuseum gedüst waren. Der Ausflug auf den Michaelsberg stellte den Auftakt bzw. Testlauf für ein neues Angebot der nimmermüden Braubegeisterten dar, die mit ihrem Museum nun auch die ganz jungen Besucherinnen und Besucher begeistern möchten.

Kulturkontakt

"Im Rahmen des Heimat- und Sachkundeunterrichts greifen wir natürlich auch die Bamberger Geschichte und die fränkische Kultur auf, und da ist das Brauen ein wichtiger Bestandteil." Die engagierte Lehrerin der Rupprechtschule war von Brauereimuseumschef Johannes Schulters angesprochen worden, ob sie mit ihrer Klasse, der 4c, quasi Versuchskaninchen spielen wolle. "Das hat uns sehr gefreut und wir haben gerne zugesagt. Es ist wichtig, dass gerade, wenn Kinder mit dem Thema Alkohol konfrontiert werden, eine gute Vor- und Nachbereitung stattfindet. Da ist so eine Museumsrallye ein guter Baustein, auf dem wir im Unterricht aufbauen können."

Erlebnisparcours

Eine pädagogische Arbeitsgruppe unter Leitung von Schulters und dem Archäologen Bernhard Ernst hatte das Konzept für eine vielfältige Rallye ausgearbeitet. So sollen die Kinder zum Beispiel Hopfen malen, durch Probieren verschiedene Malzsorten herausfinden oder einfach mal die Stufen durch alle Räume zählen. Insgesamt 20 Fragen beschäftigten die in Dreiergruppen zusammenarbeitenden Schülerinnen und Schüler. Auch für die arrivierten Museumsmitglieder ergab sich ein völlig neues Bild: "Ich finde es großartig, so viele junge Menschen auf einmal im Museum zu sehen. Dadurch wird es richtig lebendig und ich selbst habe Ausstellungsgegenstände wiederentdeckt, die man aus Betriebsblindheit schon gar nicht mehr wahrgenommen hatte." Johannes Schulters und seine Kollegen hatten über ein halbes Jahr auf die Umsetzung des Konzeptes hingearbeitet, und es hat sich gelohnt.

Premiere gelungen

"Wahnsinn, wie engagiert die Kinder bei der Sache sind. Da fühlt man sich gleich um viele Jahre jünger." Immer wieder ist der Museumsvorstand im Mittelpunkt vieler Kinder, die sich den schnellen Weg zur richtigen Antwort erhoffen. Geduldig wie der Weihnachtsmann beantwortet er die eine oder andere Frage oder weist den Weg zum richtigen Ausstellungsstück. Und ganz leer gehen die Kinder natürlich nicht aus: Brezeln, Limo und Spezi warten nach etwa zwei Stunden auf die abgekämpften Neun- und Zehnjährigen. "Das finden wir klasse, haben jetzt aber auch Hunger", meint die kleine Melanie. "Da muss ich unbedingt mit meinen Eltern nochmal herkommen. Da kann ich ihnen alles zeigen!"

Überwältigt war auch Archäologe Ernst, der am Ende mit den Kindern die Fragen auf Richtigkeit überprüfte und nach inhaltlicher Kritik fragte: "Die Kinder hatten teilweise mehr richtig als die Museumsbetreuer beim Testlauf. Das ist ganz große Klasse. Und es gab gute Anregungen, aber vor allem sehr viel Lob. Da sind wir stolz!"

Ab 2007 verfügbar

Die Museumsrallye ist ab 2007 für alle Schulen buchbar. Das Konzept richtet sich an die Altersgruppe der Acht- bis Zehnjährigen bzw. an vierte und fünfte Klassen. Infos gibts beim Fränkischen Brauereimuseum, erreichbar unter Telefon 0951-53016 oder über www.brauereimuseum.com.


Einer führte in Versuchung

Whisky und Bier auf dem Michaelsberg

Mittlerweile ist es ja bekannt, dass Päpste auch aus Deutschland kommen. Ein ganz außergewöhnlicher weilte am 30. November im Fränkischen Brauereimuseum auf dem Michaelsberg und führte die Biertrinker in Versuchung: Professor Walter Schobert, seineszeichens Gläubiger beider Konfessionen, sowohl der Whisky-Trinker als auch der Bier-Anhänger. Gemeinsam mit FBM-Chef Johannes Schulters startete ein Bier-Whisky-Contest der besonderen Art...

Lange zuvor ausverkauft

Die wenigen Plätze waren schon Wochen zuvor vergeben, und so war die Spannung in der Luft zu spüren, als der Whisky-Papst um 18.30 seine Messe einläutete. Es sollten sechs Sorten feinster schottischer Whisky zusammen mit sechs besten fränkischen Bieren verkostet werden. Am Anfang stand natürlich eine Einführung in die Whisky-Kultur als solche, bei der auch ein Film mit Szenen aus einer Destille in Schottland für Atmosphäre sorgte. Schobert, der auch Herausgeber des Magazins Whisky-Watch ist, betreibt selbst eine kleine Brauerei namens Islay Ales Company an der schottischen Westküste. Dort lassen sich sieben verschiedene Ales kosten.

Kein Vergleich

"Viele Franken wissen gar nicht, was für ein Glück sie haben, noch eine solche Vielfalt an besten Bieren zu haben. Für viele Briten kommt das der Vorstellung des Paradieses recht nahe", musste Schobert zugeben, als er von Johannes Schulters erfuhr, dass es gar nicht so leicht war, die Biere für die Verkostung auszusuchen. Der 63jährige Whisky-Papst hatte übrigens seine Karriere 1974 als evangelischer Pfarrer gestartet und zuvor beim Studium in Rom die Leidenschaft für Wihsky entdeckt. Die berufliche Weiterentwicklung führte ihn in die Film- und Theaterwissenschaft, bis zum Direktor des Deutschen Filmmuseums und Honorar-Professor in Heidelberg und Edinburgh.

Whisky-Obsession

Endgültig dem Whisky verfiel Walter Schobert 1980 mit der Idee, von jeder schottischen Brennerei eine Flasche zu bekommen. Zehn Jahre später war der Traum erfüllt, und die ganze (im wahrsten Sinn des Wortes) gesammelte Erfahrung machte ihn zu einem begehrten Whisky-Kenner. Nach der Veröffentlichung des "Malt Whisky Guide - Führer zu den Quellen" entdeckten ihn die etablierten Kenner der Branche und eine Laufbahn als Gastautor, Tutor und Leiter bei Verkostungen und Seminaren begann. Sein Whisky-Lexikon erhielt 2000 sogar die Goldene Feder der Deutschen Gastronomischen Akademie.

Führer oder Verführer?

Kompetent und gewitzt gestaltete der Mann mit Zweitwohnsitz in Schottland einen interessanten Abend - und gewann dabei sicherlich einige Gaumen der bisher rein bierverwöhnten Franken für sein Lieblingsgetränk. An manches musste man sich allerdings erst gewöhnen. "Was in Deutschland oft als Sünde angesehen wird, ist im Grunde hohe Schule - Whisky verkostet man am besten mit einem Schuß guten Wassers - das bringt erst Blume und Geschmack so richtig hervor." Ungläubig versetzten also die Gäste die dargebotenen Köstlichkeiten von Glenfiddich bis Laphroaigh mit Wasser, um dann mit einem kennenden Nicken so zu tun, als hätten sie es niemals anders im Sinn gehabt.

Stunden später

So merkte man nicht, wie die Zeit verging, und fand sich fünf Stunden später vor dem letzten der sechs Whiskys - fasziniert und auch ein bisschen angeheitert - das bleibt selbst bei zurückhaltendem Konsum von sechs Whiskys und Bieren nicht aus. Interessant vor allem immer wieder die vergleichenden Ausführungen von Schobert und Schulters, bei denen sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen dem schottischen und dem deutschen Nationalgetränk transparent wurden.

"Ein einmaliges Erlebnis"

So bezeichneten sowohl Gäste als auch (Ver-)Führer den illustren Abend in der Bierheimat. Und so dürften unter so manchem fränkischen Christbaum in diesem Jahr auch einige Flaschen aus Schottland stehen, und das nicht zu unrecht. Außerdem sind die ersten Bockbiere des Winters bereits ausgetrunken...


Herbstexkursion nach Mittenwald

Das FMB on tour...

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