von Anette Schreiber
Ab September rollt der beige-orange
Setra S80 in seiner Sondermission durch den Landkreis. An Bord nimmt
der Burgebracher Nostalgiebus all diejenigen, die sich für das
fränkische Bier, dessen Herkunft und die Reize der Region
interessieren. Unterwegs ist das auffällige Gefährt unter dem Motto
„Bierfränkische Landpartie“, wie die Seitenaufschrift verrät. Am
Montag wurde das neue touristische Konzept vorgestellt.
Dieses hat der Verein Fränkisches Brauereimuseum erarbeitet, wie
Präsident Hannes Schulters bei der Präsentation des neuen
Erlebnisangebotes in Burgebrach erläuterte. Der Verein mit um die
400 Mitgliedern umfasse auch 90 Mitgliedsbrauereien, von denen der
größte Teil im Landkreis Bamberg und Bierfranken ansässig sind.
„Wir wollten unseren Brauereien etwas Gutes tun und von Bamberg
aufs Land, um hier die Braukultur zu zeigen,“ verdeutlicht der
Präsident. Neben den Brauereibesuchen mit fachkundigen Führungen
durch die Inhaber erleben die Gäste auf dem Hinweg die Schönheiten
und kulturellen Highlights des Landkreises. Selbstverständlich
lassen sich hier allerhand Fachfragen erörtern.
Die Fahrten finden Schulters zufolge einmal monatlich (jeweils
zweiten Samstag) statt. Start ist in Bamberg am Kranen um 17 Uhr,
Rückkehr gegen 23 Uhr. Da man mit Chaffeur unterwegs ist, „kann man
ohne Angst ein zweites und drittes Seidla“ trinken. Die Bierkultur
und die weiteren Genüsse der Region, wie sie im Rahmen der
„Bierfränkischen Landpartie“ geboten werden, kann man aber auch
separat für Gäste, Gruppen, Vereine beim Fränkischen Brauereimuseum
buchen (Tel. 0171/8316776, www.brauereimuseum.org). Die erste
„Bierfränkische Landpartie“ wird am Samstag, 10. September, zur
Brauerei Grasser nach Huppendorf führen.
Begeistert zeigte sich Bezirkstagspräsident und Landrat Dr.
Günther Denzler bei dem neuen Angebot über die gelungene Mischung
aus Bildung und Unterhaltung:
„Ich finde die Idee großartig.“ Deswegen habe man seitens des
Landkreises hier auch gerne Unterstützung gewährt. Gerade für den
Tourismus gelte es, die Alleinstellungsmerkmale zu nutzen. Die
Region verfüge nicht nur über eine Kulturdichte, hervorragende
Lebensqualität, sondern auch über die höchste Brauereiendichte. In
dem neuen Konzept kämen all diese Merkmale zur Geltung.
Der Landkreis unterstütze die „Landpartie“ gerne und werde dafür
werben, versprach der Landrat. Dies nicht ganz uneigennützig, so
Denzler scherzend. Denn auf diese Wiese werde der Umsatz der
Brauereien angehoben, wodurch die örtlichen Steueraufkommen steigen
und der Landkreis über die Kreisumlage wieder etwas zurück bekomme.
Bevor die neuen Tourschilder an den Seiten des Busses angebracht
wurden, stellte Walter Spörlein, vom gleichnamigen Burgebracher
Busunternehmen, das Nostalgiefahrzeug vor. Es handelt sich um einen
Setra S80 (mit Kässbohrer-Aufbau), Baujahr 1975, mit 145 PS und
Fünf-Zylinder-Herschelmotor. „30 Leute passen rein“. Daneben verfügt
das historische Vehikel über Fußstützen und Schlafsessel. Wie Gattin
Annemarie Spörlein auf Nachfrage ergänzte, wurde der Bus
generalsaniert und er wird täglich einige Stunden in der
Schülerbeförderung eingesetzt, „ein Bus muss fahren“.
Das Busunternehmen Spörlein ist Mitglied des Vereins „Fränkisches
Brauereimuseum“, erklärte Vorstand Elmar Göller, der gemeinsam mit
Vorstand Günter Bär und Andreas Christel, Leiter vom Bamberger
Tourismus und Kongress-Service der offiziellen Projektvorstellung
beiwohnte.