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25.08.2005
Schwitzen fürs „Görchla“
Georg Höhn braut noch wie anno Donnerkeil
MEMMELSDORF. Die Kirchweih ist um, der Durst war groß. Höchste Zeit für Georg Höhn, den Kessel für den neuen Gerstensaft anzuschüren.

von Leopold Teuscher

Georg Höhn dürfte weit und breit der einzige Braumeister sein, der seinen Sudkessel wie nach Großväter Sitte noch mit Holz und Kohlen befeuert.

Gestern, in aller Herrgottsfrühe, war es wieder so weit. Wie ein Heizer auf der Dampflok muss der 44-Jährige arbeiten, um die nötige Hitze für die rund 40 Hektoliter Sud herzubekommen. Der Schweiß läuft ihm von der Stirn und das Hemd klebt ihm am Körper. Wie in einer Sauna geht es in dem kleinen Brauhaus hinter der Memmelsdorfer Hauptstraße zu.

Seit 1783 und damit seit acht Generationen wird bei den Höhns in Memmelsdorf gebraut – immer nach dem gleichen Rezept. Naturtrüb und unfiltriert ist das Bier, das nach dem Chef benannt ist: „Görchla“. Die Idee einer Auszubildenden, erzählt er lachend.

Neun bis zehn Sude pro Jahr werden vom „Görchla“ angesetzt. Das ergibt rund 400 Hektoliter. Die Brauerei Höhn ist damit eine der kleinsten im Bamberger Land. Gebraut wird hauptsächlich für den Hausgebrauch, also für den eigenen Gasthof. Und deshalb ist der Brauvorgang noch Handwerk pur, sagt Georg Höhn und schiebt ein großes Scheit Buchenholz nach. Viel hat sich da in den letzten Jahrzehnten technisch nicht verändert.

Die kleine Braustätte ist somit auch für Besucher zur Attraktion geworden. Mehrmals im Jahr führt Georg Höhn , der nicht nur Braumeister, sondern auch Küchenchef ist, Gäste durch das Brauhaus und erzählt, wie aus ökologisch angebautem Hopfen und Malz sowie aus Hefe und Wasser nach acht Wochen Lagerung das schäumende Lebenselixier des Franken wird. Das darf dann beim anschließenden Essen mit Bierhaxn gleich ausprobiert werden. „Biererlebnis für alle Sinne“ hat Georg Höhn dieses Angebot betitelt und damit ins Schwarze getroffen. Denn Bier, so seine Erfahrung, ist ein wichtiges Thema, wenn man Touristen zum Urlaubmachen nach Franken locken will. Die 48 Betten bei der Familie Höhn sind jedenfalls gut frequentiert.

Und deshalb wird wohl auch künftig der Sudkessel bei den Höhns mit Holz und Kohle angeheizt. Die neunte Generation steht schon in den Startlöchern, um die über 220 Jahre währende Tradition aufrecht zu erhalten.

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